Danke, Michelle Gisin – für unvergessliche Momente und eine beeindruckende Karriere
Nach einer grandiosen Karriere im Ski-Weltcup verabschiedet sich die Engelbergerin Michelle Gisin vom Spitzensport. Die zweifache Olympiasiegerin und vielseitige Allrounderin beendet ihre aktive Laufbahn. Mit ihrem Rücktritt geht eine beeindruckende sportliche Reise zu Ende, die von grossen Erfolgen, unvergesslichen Emotionen, bemerkenswerter Vielseitigkeit und einem aussergewöhnlichen Kampfgeist geprägt war. Der Zentralschweizer Schneesportverband (ZSSV) bedankt sich herzlich bei Michelle Gisin für die vielen Jahre, in denen sie den Schweizer und insbesondere den Zentralschweizer Skisport auf höchstem Niveau vertreten und geprägt hat.
Michelle Gisin hat den Schweizer Skisport über viele Jahre hinweg entscheidend mitgeprägt. Ihren internationalen Durchbruch schaffte die Engelbergerin und ehemalige ZSSV Athletin mit starken Leistungen in den technischen Disziplinen. Im Laufe ihrer Karriere entwickelte sie sich zu einer der vielseitigsten Athletinnen im Ski-Weltcup und stellte ihr Können schliesslich in sämtlichen Disziplinen unter Beweis. Ob Slalom, Riesenslalom, Super-G oder Abfahrt – Michelle Gisin überzeugte mit ihrer Konstanz, ihrem Ehrgeiz und ihrer Fähigkeit, sich immer wieder neuen Herausforderungen zu stellen.
Zu den absoluten Höhepunkten ihrer Karriere zählen zweifellos die beiden Olympiasiege in der Alpinen Kombination. 2018 in Pyeongchang und vier Jahre später in Peking krönte sie sich jeweils zur Olympiasiegerin und schrieb damit Schweizer Skisportgeschichte. Bei den Olympischen Winterspielen 2022 in Peking gewann sie zudem die Bronzemedaille im Super-G. Auch an Weltmeisterschaften durfte sie sich über Edelmetall freuen: 2017 sicherte sie sich Silber, 2021 Bronze – jeweils in der Alpinen Kombination. Mit ihrem Weltcupsieg im Slalom von Semmering im Dezember 2020 erfüllte sie sich einen weiteren grossen Traum: Sie fuhr in jeder Disziplin mindestens einmal auf ein Weltcup Podest. Insgesamt stand sie 21-mal auf einem Weltcup-Podium und etablierte sich über Jahre hinweg als feste Grösse im internationalen Ski-Zirkus.
Doch Michelle Gisin war weit mehr als ihre sportlichen Resultate. Mit ihrer offenen, authentischen und lebensfrohen Art bereicherte sie den Skisport auch abseits der Rennpiste. Sie begegnete Erfolgen wie Rückschlägen mit einer bemerkenswerten Ehrlichkeit, stellte sich immer wieder neuen Aufgaben und bewies insbesondere in schwierigen Phasen einen aussergewöhnlichen Willen. Ihre Vielseitigkeit, ihre Leidenschaft für den Sport und ihre positive Ausstrahlung machten sie zu einer geschätzten Athletin – innerhalb des Teams ebenso wie bei den Fans.
Ihr Karriereende ist eng mit einem schweren Schicksalsschlag verbunden. Am 11. Dezember 2025 stürzte Michelle Gisin im Abschlusstraining zur Weltcup-Abfahrt in St. Moritz schwer und zog sich dabei gravierende Verletzungen am Knie, Handgelenk und an der Halswirbelsäule zu. Es folgten intensive Monate der Rehabilitation, geprägt von harter Arbeit, Geduld und dem unermüdlichen Wunsch, noch einmal in den Rennsport zurückzukehren. Gisin kämpfte sich Schritt für Schritt zurück auf die Ski und liess sich lange Zeit, um über ihre sportliche Zukunft zu entscheiden. Nach ihren jüngsten Erfahrungen auf Schnee wurde schliesslich klar, dass der richtige Zeitpunkt gekommen ist, ein neues Kapitel aufzuschlagen.
Auch wenn der Abschied vom aktiven Rennsport damit nicht so ausfällt, wie sie es sich ursprünglich erhofft hatte, darf Michelle Gisin auf eine aussergewöhnliche Karriere zurückblicken. Eine Karriere, die von zwei olympischen Goldmedaillen gekrönt wird und weit über Medaillen, Siege und Podestplätze hinaus in Erinnerung bleiben wird.
Der ZSSV gratuliert Michelle zu ihren grossartigen Erfolgen und wünscht ihr für die Zukunft, persönlich wie sportlich, von Herzen alles Gute, viel Freude und vor allem beste Gesundheit.



