Lukas Ehrler neu Cheftrainer Snowboard Freestyle
Der Zentralschweizer Schneesportverband (ZSSV) freut sich, mit Lukas Ehrler einen neuen Cheftrainer Snowboard Freestyle begrüssen zu dürfen.
Vom Nachwuchskader an die Seitenlinie
Lukas Ehrler kennt den ZSSV aus eigener Erfahrung: Er startete im regionalen Nachwuchskader, als die Freestyleförderung der Zentralschweiz noch Snowfarm hiess und ausschliesslich aus Snowboardern bestand. Seine Anfänge machte er im Ski- und Snowboardclub Küssnacht am Rigi, danach ging es weiter zu den Boarders Schwyz, wo damals alle Cracks der Region dabei waren. „Da habe ich mich auf einmal ganz klein gefühlt“, erinnert er sich. Von da an ging alles rasend schnell.
Noch gut erinnert er sich an die Anfangszeit: Als kleiner Junge fuhr er mit dem Zug, dem ganzen Snowboard-Gepäck und den selbstgemachten Sandwiches seines Papis nach Schwyz und von dort mit dem Shuttle ins Handgroubi, denn die Rothenfluebahn gab es zu dieser Zeit noch nicht. Urs Volkart und Jonas Boesiger bereiteten ihn auf den Headhunt-Day (Sichtungstag) im Hoch-Ybrig vor. Nach ein paar Straight-Airs pushten sie ihn zu seinem ersten Fs 360 Indy Grab – der Rest ist Geschichte.
Die Motivation für den Wechsel an die Seitenlinie
Einer seiner besten Freunde und zugleich Co-Cousin, Patrik Sidler, schlug früh den Weg als Trainer ein und ist bis heute für den ZSSV tätig. Während Lukas‘ Snowboardkarriere ermunterte er ihn immer wieder, doch einmal ein Training zu leiten. Er war überzeugt, dass Lukas daran Freude finden würde. Lukas lehnte dankend ab, denn ein weiterer Tag ohne Coach im Mythenpark war für ihn ein Highlight. Erst während des Studiums, als er eigentlich Abstand vom „ganzen Zirkus“ brauchte, kam er zurück zu seinen Wurzeln. Und merkte schnell, warum ihm das als Kind so viel Spass gemacht hatte.
Als Athlet prägten ihn Trainer, die ihn auf Augenhöhe begleiteten. „Sie wollten uns als Personen weiterbringen und nicht einfach nur bessere Snowboarder aus uns machen. Dass wir dabei dieselbe Leidenschaft teilten, machte diese Beziehung für mich umso spezieller.“ Genau das will er heute weitergeben: „Mein Know-how an die Kids weiterzugeben, gibt mir extrem viel zurück.“ Ein Shoutout geht dabei an Lukas Gisler, Andreas Ruegge und Remo Thaler, die ihn während seiner Laufbahn geprägt haben.
Er kennt den Zwiespalt gut: „Ich merke immer wieder, wie ich mich im Zwiespalt zwischen Leistungssport und Leidenschaft bewege. Den Spass an dem, was ich mache, nicht zu verlieren, ist im Leistungssport nicht immer einfach.“ Er selbst kam durch viele Rückschläge, Disziplin und harte Arbeit weit. „Im Sommer in Saas-Fee 20 m weite und 4 m hohe Jumps zu machen und auf einer steinharten, eisigen Landung aufzukommen, da kommen einem schon gewisse Gedankengänge hoch“, sagt er mit einem Augenzwinkern. Deshalb will er den Kids keinen Weg vorgeben. Sie sollen selbst herausfinden, was ihnen wichtig ist und er unterstützt sie dabei als helfende Hand, sportlich wie persönlich. Und genau das möchte er ihnen mitgeben: hart zu arbeiten, sich weiterzuentwickeln, aber dabei nie zu vergessen, weshalb man überhaupt angefangen hat.
Das bringt Lukas ins Team
Nebst der Sportlichkeit beschreibt sich Lukas selbst als zuvorkommend, zielorientiert, eher introvertiert und herzlich. „Auch wenn ich nicht immer der Lauteste im Raum bin, bin ich meistens mit voller Leidenschaft bei der Sache, wenn mich etwas packt.“ Besonders helfen ihm Empathie und die Fähigkeit, sich in die Athlet:innen hineinzuversetzen. „Ich weiss aus eigener Erfahrung, was mir als Athlet geholfen hat, sowohl bei technischen Tipps als auch im Umgang mit Herausforderungen. Dieses Wissen kann ich weitergeben und gleichzeitig auf die individuellen Bedürfnisse der Athlet:innen eingehen.“
Neben dem Coaching übernimmt er im Team auch organisatorische Aufgaben. Sein Anspruch dabei: eigene Eigenschaften einbringen, wie alle im Team. „Jeder bringt seine eigenen Erfahrungen, Stärken und seine Persönlichkeit mit. Genau diese Mischung macht unser Team so speziell.“
Bewegung als fester Bestandteil des Alltags
Wenn Lukas nicht auf dem Snowboard steht, ist er meistens auf dem Skateboard anzutreffen. Und wenn dafür keine Zeit bleibt, sind es Joggen, Rumpfkraft oder die Blackroll. Neben seiner Trainertätigkeit schliesst er zudem aktuell sein Architekturstudium mit der Masterthesis an der HSLU ab. Genauso wichtig ist ihm Zeit mit Freunden und Familie – auch wenn nebst Beruf und Sport nicht mehr gerade viel Zeit übrig ist.
Wir heissen Lukas herzlich willkommen beim ZSSV und freuen uns auf die Zusammenarbeit!



